Befreites Sehen

Die Welt mit eigenen Augen betrachten, unabhängig von Brille und Kontaktlinsen? Den meisten Kurzsichtigen erscheint das wie ein unerfüllbarer Traum. Auch ich glaubte früher, dass Kurzsichtigkeit genetisch vererbt wird und somit ein unabänderliches Schicksal darstellt. Seit meinem zwölften Lebensjahr verschlechterten sich meine Augen kontinuierlich und ich war komplett von Sehhilfen abhängig- genauso wie meine Eltern.

Hier und da hörte ich manchmal etwas von Augentraining und esoterischen Meditationen zur Wiederherstellung der Sehkraft- ich war aber sehr skeptisch. Wie sollte das schon funktionieren? Waren das nicht nur ein paar Spinner, die das behaupteten?

Zum Glück packte mich irgendwann die Neugier, es einfach mal auszuprobieren: Ich verbrachte zum ersten Mal seit über zehn Jahren ein paar wache Stunden ohne Sehhilfe und machte Augenübungen … und ich war vollkommen perplex: Es funktionierte! Schon nach kurzer Zeit konnte ich minimale Verbesserungen meiner Sehkraft feststellen. Völlig fasziniert begab ich mich auf die Reise, Schritt für Schritt die Welt wieder mit meinen eigenen Augen wahrzunehmen und zu erleben- frei und unabhängig von einer Brille.

Sehkraftverbesserung ist ein langfristiger Prozess, der auch mit Rückschlägen verbunden sein kann- kein Wunder, dass über Nacht passiert. Aber ist sehr lohnenswert und bestärkend, zu erleben, wie sich die eigene Sehkraft verbessert, statt hilflos zuzuschauen, wie die Augen immer weiter schlechter werden.

Diese Entdeckung hat vieles in meinem Leben verändert.

Ich glaube heute, dass in uns allen viel mehr Potential zur Selbstbefreiung und Weiterentwicklung steckt, als wir für möglich halten…. wenn wir uns auf den Weg machen und uns von begrenzenden Vorstellungen lösen. Mit meiner Arbeit möchte ich einen Teil dazu beitragen.

Angst loslassen

Die Angst kann ein ganz schönes Gefängnis sein.

Mit all ihren sorgenvollen „Was-wenn-Gedanken“ erstickt sie unsere Lebensfreude, Spontanität und Präsenz im gegenwärtigen Augenblick. Wir können nicht wirklich „Dasein“, weil wir in unserem Kopf schon mit dem nächsten Problem oder Horrorszenario beschäftigt sind und verpassen so unser Leben.

Die sprachliche Verwandtschaft mit dem Begriff „Enge“ zeigt, wie Angst sich auf körperlicher Ebene manifestieren kann. Wir werden eng in unseren Atemräumen und halten unbewusst die Luft an, wenn wir uns nicht trauen, unsere Meinung zu sagen oder schon in stiller Erwartung der nächsten Katastrophe sind, die über uns hereinbrechen könnte.

Angst lässt uns starr werden. Körperlich erstarren wir bis in unsere Faszien-und Muskelstrukturen hinein und leiden an Verspannungen. In unserem Leben hängen wir in Verhaltensmustern und Gewohnheiten fest, die uns nicht guttun und die wir gerne ändern würden, es aber einfach nicht schaffen, weil wir wie gelähmt sind.

Glücklicherweise gibt es viele Wege, diesem einschränkende Gefühl die Macht zu nehmen und zurück zu Vertrauen, Freiheit und Liebe zu finden. Als Körperforscherin plädiere ich für sanfte, aber stetige körperliche Wege.  

Rein körperlich durch Erfahrungsübungen wie Ganzkörperschütteln, Augenrollen oder tiefes Atmen aus der Starre zu erwachen, kann sich sehr positiv auf unser Lebensgefühl auswirken und uns unterstützen, angestaute alten Angstschichten zu entladen und uns ins Hier und Jetzt zu holen.

Denn unser Körper ist die Brücke in die Gegenwart. Unser Kopf mag sich über die Zukunft sorgen, soviel es nur geht, wenn wir wieder lernen, unseren Körper bewusst zu spüren und von innen zu bewohnen, sind wir wirklich anwesend.

Das Hineinfinden in diese Form körperlicher Präsenz ist Übungssache. Wir haben nicht über Nacht gelernt, hauptsächlich in unseren Gedankenkarusellen herumzufahren- auch die bewusste Reise zurück zu unserer Körperlichkeit braucht deshalb Zeit und Geduld.

Dem Erforschen, Erleben und Begleiten solcher Körperreisen sind meine Arbeit und mein Herz gewidmet.