Aus der Starre erwachen

Aus der Starre erwachen

Der US-amerikanische Augenarzt Dr. Bates, der als einer der ersten in der westlichen Welt die traditionelle Behandlung von Sehschwächen mittels Brillen in Frage stellte, suchte nach Möglichkeiten, seine Patienten auf natürliche Weise bei der Bewahrung und Wiederherstellung ihres Augenlichts zu unterstützen.

Er beobachtete und untersuchte tausende von sogenannten Fehlsichtigen und kam zu der Erkenntnis, dass den meisten ein unbewusstes Muster gemein war, welches ihres Sehfähigkeit einschränkte: Die Angewohnheit des Starrens.

Wenn Menschen starren, unterdrücken sie die unbewusst stattfinden, vibrierenden Mikrobewegungen ihrer Pupillen und lassen dem Gehirn dadurch weniger visuellen Input zukommen – Ergebnis ist, das die Umgebung verschwimmt.

Starren geschieht meist nicht bewusst und ist eine Angewohnheit, die emotionale Ursachen haben kann. Oft starren wir, wenn wir gelangweilt, erschöpft oder überfordert sind und beamen uns damit wie „aus der Gegenwart heraus“. Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit nicht mehr bei dem, was uns umgibt, sondern hängen in Gedanken und lassen die Augen und dabei oft genug auch den Atem starr werden.

Nach Dr. Bates haben Kurzsichtige die Angewohnheit, in der Ferne zu starren, während Weitsichtige den Blick in der Nähe starr werden lassen. In dem Maße, in dem wir dieses unbewusste „Verschwimmenlassen“ unserer Umwelt wieder ablegen können, kehrt visuelle und mentale Klarheit zu uns zurück.

Ein großer Bestandteil der Bates-Methode, die ich in meinen Workshops weitergebe, ist folglich die Bewusstwerdung und das schrittweise Ablegen unserer Starrmuster.

Und wenn unsere Augen und unser Atmen aus der Starre erwachen, können auch der gesamte Körper, unsere Denkmuster und eingefrorene alte Emotionen wieder ins Fließen kommen. Alles ist verknüpft und die Wege zurück in die Lebendigkeit und Expansion sind vielfältig und atemberaubend schön. Lasst uns gemeinsam auf die Reise gehen!